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Summer Education Camp 2019
Dieses Mal waren Teilnehmer des Camps die Waisenkinder aus dem kirgisischen Waisenhaus "Meerim Bulagy", was auf Russisch "Gnädige Quelle" bedeutet. Schwer zu glauben, aber das Waisenhaus bekommt keine staatliche Förderung und wird somit komplett privat finanziert. „Meerim Bulagy" wird von einer einfachen Frau mit großem Herzen und Willen geführt - Gulnara Degenbaeva. Sie ist die Leiterin, Gründerin, Besitzerin und "Mutter" dieses Internats.
Waisenhaus "Meerim Bulagy"
Das Waisenhaus selbst befindet sich auf dem Gelände eines ehemaligen orthodoxen Klosters. In den frühen 90er Jahren bat Gulnara Degenbaeva ihr das verlassene Gebäude des Klosters zu geben, welches früher öfter als Zuflucht für Waisenkinder diente. Mit eigenen Kräften und mit Hilfe der eigenen Schüler gelang es Gulnara, dies in Ordnung zu bringen. Heute hat das Waisenhaus eine eigene Werkstatt, einen eigenen Garten mit einem Gewächshaus, in welchem frisches Gemüse für die eigene Versorgung wächst.
Das Programm des Camps 2019
ein Besuch bei BMW und Intel gibt Teenagern die Möglichkeit, die innovativen Technologien der großen globalen Konzerne kennen zulernen und die Werkzeuge westlicher Unternehmen von innen kennen zulernen;
Konfliktmanagement-Seminar, Training „8 Fähigkeiten hochwirksamer Jugendlicher", verbales und nonverbales Kommunikations-Coaching, „Schule für echte Männer und den weiblichen Kreis", Selbsterkennungsspiel „Lila" - all diese Tätigketen helfen den Kindern, ihr Potenzial zu erreichen, sich selbst zu verstehen und herauszufinden, schwierige Situationen und mit neuen Menschen interagieren, Freunde finden, Herzen öffnen, als Team arbeiten;
ein zweitägiger Englischkurs motiviert zum weiteren Erlernen einer Fremdsprache und erweitert den Kommunikationskreis;
ein kulinarischer Kurs zum Kochen deutscher, russischer und kirgisischer Nationalgerichte sowie ein gemeinsames Abendessen mit Gastfamilien bringen uns noch näher;
Besichtigung von Timofeevka (Ost-West Friedenskirche), Kloster St. Job Pochaevsky, KZ Dachau Museum wird ihren Horizont erweitern und das Niveau spiritueller und moralischer Werte steigern;
Ein Ausflug in die Berge (Schliersee) und eine Führung durch München helfen Kindern, die deutsche Kultur, Tradition und Geschichte besser kennen zulernen.
Unsere Kinder 2019
Roman
16 Jahre
Roman ist ohne Vater aufgewachsen, er noch zwei Brüder. Seine Mutter war alkoholabhängig und kümmerte sich nicht um die Kinder. Nach kirgisischer Gesetzgebung hat Romans Mutter kein Sorgerecht, aber im Waisenhaus "Meerim Bulagy" gibt es eine eigene Gesetzgebung;) Gulnara nahm Roman mit seinen Brüdern und seiner Mutter zusammen auf, um die ganze Familie zu unterstützen. Und es war eine großartige Entscheidung: Romas Mutter konnte Arbeit finden und hat kürzlich sogar geheiratet. Roman entschied sich jedoch, bei Gulnara in "Meerim Bulagy" zu bleiben. Natürlich hat er Kontakt zu seiner Mutter, seinen Brüdern und ihrer neuen Familie.
Jetzt ist Roma in der 11. Klasse und möchte Biologie studieren. Er hat sich für einen sehr interessanten Beruf entschieden: Ornithologe. Roman möchte Vogelkrankheiten erkunden und würde gerne Tierarzt werden. Er ist sehr begeistert von seiner Reise nach Deutschland und freut sich sehr darauf, neue Erkenntnisse zu sammeln, neue Freunde kennenzulernen und mehr über die Welt zu erfahren.
Milana
16 Jahre
Milanas Vater starb und ihre Mutter befand sich in einer schwierigen Lebenssituation. Neben Milana hatte die Familie noch zwei Kinder. Milanas Mutter musste von morgens bis abends arbeiten und ständig unterwegs sein. Deswegen konnte sie der Kindererziehung nicht genug Zeit widmen. Gulnara übernahm das Mädchen, um ihrer Familie zu helfen, und das Mädchen lebt seit vielen Jahren in "Meerim Bulagi". Gulnara beschreibt Milana als "neugierigen Lacher". Jetzt ist Milana in der 11. Klasse und träumt davon Dolmetscherin zu werden. Sie sagt, Gulnara habe sie dazu inspiriert, diesen Beruf zu wählen. Milana hörte immer gerne ihre Geschichten über verschiedene Orte, die sie im Ausland besucht hat.
Jetzt freut sich Milana sehr auf ihre erste Reise nach Deutschland, um dieses wunderschöne Land mit eigenen Augen zu sehen. Sie sagt, dass unser Sommercamp ein "wunderbarer Start" sein wird und sie ist unserem Team sehr dankbar.
Daniiar
16 Jahre
Der Vater von Daniiar starb und er kam zusammen mit seiner Mutter zu "Meerim Bulagy", weil sie sich in einer sehr schwierigen Situation befanden - sie hatten keinen Platz zum Wohnen. Daniiar's Mutter ist Lehrerin, daher entschied sich Gulnara, Daniiar und seine Mutter nicht zu trennen, sondern half seiner Mutter, einen Job zu finden. Als Gulnara Daniiar das erste Mal traf, war er erst 3 Wochen alt.
Nachdem der Junge krank geworden war und große Probleme mit dem Darm hatte, bestand der Arzt auf einer Operation, aber Gulnara erlaubte es nicht, sie behandelte Daniiar mit Kräutern und Diät. Jetzt ist Daniiar gesund, er ist in der 11. Klasse und lernt viel, um an die Universität zu gehen. Er mag Sport, vor allem Ringen, Musik und Kochen. Daniiar sagt, er weiß viel über Autos ;-)
Saida
16 Jahre
Saida kam zusammen mit ihrem Bruder in das Waisenhaus "Meerim Bulagy" als sie zwei Jahre und er vier Jahre alt war. Der Vater von den Kindern ist damals verstorben und die Mutter ließ die Kinder allein und verschwand. Saida und ihr Bruder sind nun im Waisenhaus groß geworden. Ihr Bruder studiert jetzt an der University of Television and Сinema in Samara, Russland und Saida geht zur Schule, sie ist jetzt in der elften Klasse. Sie würde gerne Fremdsprachen studieren.
Saida liebt es zu kochen und hilft beim Haushalt. Sie begann bereits zu kochen, als sie 10 Jahre alt war, und sie macht es wirklich ausgezeichnet! Sie singt auch gerne und tanzt gerne und macht gerne Make-up. Saida sagt über sich selbst, dass es nie langweilig wird mit ihr. 😀
Aktan
18 Jahre
Aktan lebt seit seiner Geburt im Waisenhaus "Meerim Bulagy". Er ist sehr zielorientiert und gleichzeitig schüchtern. Aktan rühmt sich nie und hält seine Sorgen und Gefühle tief in sich. In der Zukunft träumt Aktan von seinem eigenen Geschäft. Jetzt studiert er Rechtswissenschaften im Collage-Bereich und interessiert sich auch für Wirtschaft und Management. Er liebt Autos und kannte bereits alle Automodelle, als er ein kleiner Junge war. Aktan freut sich sehr auf seine Reise nach Deutschland, weil er sicher ist, dass er viel neues Wissen bekommt, viel über die deutsche Kultur und Traditionen lernt und viele interessante Menschen kennenlernt. "Eine Person, die ständig etwas lernt, entwickelt sich immer weiter", sagt Aktan. Vielleicht wird die Teilnahme an unserem Projekt Aktan dabei helfen, seine Ziele und Träume zu verwirklichen, wer weiß ;-)
Polina
17 Jahre
Polina hat weder Vater noch Mutter. Sie kam zu "Meerim Bulagy", als sie 9 Jahre alt war. Eine Frau übernahm die Patenschaft für Polina, hatte aber keinen Erfolg, weil das Mädchen im Winter auf der Straße gelandet war. Als Gulnara davon erfuhr, holte sie sofort Polina ab. Seit diesem Tag ist Polina Teil einer großen Familie. Sie studiert am College und liebt es, ihre Freizeit mit Kindern zu verbringen, zu tanzen, zu lesen, Musik zu hören und anderen zu helfen. In Zukunft träumt Polina davon, Lehrerin zu werden. Gulnara erwähnt, dass Polina trotz ihres jungen Alters sehr weise ist und Kinder vertrauen ihr und lieben sie sehr.
Mischa
15 Jahre
Misha kam ins Waisenhaus mit seinen kleinen Schwestern als er sechs Jahre alt war. Seine Eltern wurden als verschollen erklärt. Deshalb hat die Oma für die Kinder gesorgt. Nachdem ihre Oma starb, waren die Kinder in der Wohnung alleine eingesperrt. Als die Nachbarn den Leichengeruch spürten und das Kinderschrei hörten, haben sie sofort die Polizei alarmiert. Die Polizei fand die Kinder in der Wohnung im sehr abgemagerten Zustand. Nach diesen Ereignissen litt Misha zudem an einer Depression. Aus diesem Grund hatte Gulnara Degenbaeva Angst, die Kinder in das Waisenhaus aufzunehmen. Dennoch haben die älteren Kinder aus ihrem Waisenhaus sie überredet und sie hat es nicht bereut. In der warmen, familiären Atmosphäre des Waisenhauses konnte sich Misha entfalten und sein gutes Gemüt zeigen. Jetzt absolviert Misha die 9. Klasse, macht eine Ausbildung zum Schweißer und dressiert Hunde wie ein echter Hundeführer.